Seit Jahrzehnten haben forensische Ermittler eine große Herausforderung: die Wiederherstellung von nutzbaren Fingerabdrücken aus Kugelgehäusen.
Seit Jahrzehnten haben forensische Ermittler eine große Herausforderung: die Wiederherstellung von nutzbaren Fingerabdrücken aus Kugelgehäusen. Die intensive Hitze, Hochdruckgase und Reibung, die beim Brennen erzeugt werden, zerstören oder verunsichern die Hautöle und den Schweiß, der vom Schützen zurückgelassen wird. Eine neue Technik, die von Forschern der Maynooth University in Irland entwickelt wurde, zeigt, dass diese Drucke nicht gelöscht werden – sie sind einfach versteckt. Mit Hilfe der Elektrochemie kann das Team mikroskopische Rückstände enthüllen, die den Brennprozess überstehen und klare, kontrastreiche Fingerabdruckbilder erzeugen. In Laborexperimenten erholte das Verfahren erfolgreich detaillierte Drucke von Messinggehäusen, die auf 700° erhitzt wurden C und aus Gehäusen, die mehr als 16 Monate bei Raumtemperatur liegen. Das Verfahren ist einfach: In einer elektrochemischen Zelle, die eine auf Wasser basierende Polymerlösung enthält, wird eine verbrauchte Hülle eingelegt und eine kleine Spannung angelegt. Aufgeladene Moleküle in der Lösung haften überall an der Metalloberfläche, außer wo Fingerabdruck-Rückstand vorhanden ist, wodurch ein präzises Negativbild entsteht, das sogar einzelne Hautporen zeigen kann. Da die Technik ein kompaktes, tragbares Gerät verwendet, das als Potentiostat bekannt ist, hält es ein starkes Potenzial für den Einsatz als Feldforensic Kit. Diese Innovation verschiebt die forensische Analyse, indem sie lediglich ein Gehäuse mit einer Schusswaffe verbindet, um es direkt mit dem Individuum zu verbinden, der sie geladen und behandelt hat – eine große Weiterentwicklung bei der Lösung von Schießereien, Brandstiftungen und anderen gewalttätigen Verbrechen. [McKeever, C., & Dempsey, E. (2025). Elektrochemische Rückgewinnung latenter Fingerabdrücke aus gefeuerten Munitionsgehäusen. Forensische Chemie] Wissenschaft und Fakten
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